Waiting For Steve - Tired Happy Homecoming (CD)

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Preis: 6,99 €
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Beschreibung

 

Draußen ist es kalt - kalt und nackt. All die Verletzungen: Leistungsgesellschaft... ein vergoldeter Schrottplatz. Drinnen? Drinnen sind die, die zusammenbrechen, und die sich dann wiederfinden - vor einem prasselnden Kamin.


„Tired Happy Homecoming“ heißt das, was passiert ist, als „Waiting for Steve“ sich zum zweiten mal im Studio vergraben haben. Natürlich sind die drei Gießener, die sich nach der Unpünktlichkeit ihres Schlagzeugers benannt haben, nicht die ersten, die fragen was nach Emo kommt. Aber selten klang die Suche danach so erwachsen, so schön wie auf ihrem Weg nach Hause.
Für den Theoretiker ist das ganze wahrscheinlich so eine Art Spagat zwischen experimentell-sphärischem, Sigur Rósigem, „europäischen“ Emo und dem eher Amerikanischem, nach vorne gehenden. Allerdings wirken die zwei, drei frontaleren Songs auf der Platte im Kontext schon beinahe ironisch - besonders „I want my plane come down“, das uns an Skate Punk in Richtung Blink 182 erinnert, nur mit britisch-salzigeren Gitarren. Was besonders ins Ohr sticht sind sie analogen Tüfteleien: Gitarrist Ruben Jahrling baut seine Effekte mittlerweile selbst, und um für seine Soundozeane auch auf wirklich alles Digitale zu verzichten, hat er eine ganze Armada von Gitarren aufgefahren (die er auch mal mit dem Cellobogen bearbeitet). Hier eine Heimorgel, da ein Harmonium, hier ein Schreien bei dem sich die Stimmen der Zwillinge Thomas und Steffen Eifert (Bass und Schlagzeug) überschlagen, da ein gedoppeltes Säuseln, das tatsächlich aus beider Kehlen stammt.


Selbst beschreiben die Musiker ihre Aufnahmen als „unrasiert“. Sie haben versucht ehrlich zu sein, mit Liedern wie „golden waste land“ „das Leben hier zu beschreiben als den vergoldeten Schrottplatz, das es ist“. „Die Ironie auf der CD kommt von den Verletzungen, die wir erleben. Unsere Gesellschaft wird immer oberflächlicher, amerikanischer. Die ruhigen Songs stehen für den Punkt, an dem Du am Ende bist, wenn Du nicht mehr weiterlaufen kannst und dich hinsetzt und nachdenkst. Tired Happy Homecoming eben: wer nicht mehr kann kommt an - irgendwo.“ Die Schönheit und der Schmerz, beides kommt direkt aus dem Leben der Bandmitglieder: Alle drei sind Christen, die in dieser Welt leben und ihren Glauben trotzdem behalten. Egal was man davon hält: Vor diesem Kamin muss man zusammengebrochen sein.

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